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euregia Dreiländerdialog Regionalmanagement 2009

Pressemitteilungen vom 07. Dezember 2009


Dreiländerdialog Regionalmanagement

Gemeinsame Positionierung zum Arbeitsfeld - 

Etablierung einer Wissens- und Lernplattform

Der Dreiländerdialog Regionalmanagement, eine länder-übergreifende Wissensbörse, wird auch künftig fortgesetzt. Darauf verständigten sich die Veranstalter Regional-management Austria (Österreich), regiosuisse - Netzwerk-stelle Regionalmanagement (Schweiz) und Regionen im Dialog (Deutschland) bei der Tagung Ende November in Lindau. Über 170 Teilnehmer aus der Schweiz, Österreich und Deutschland nahmen daran teil. Im Fokus des Kongresses stand der fachliche Austausch über die Ländergrenzen hinweg mit einem Rückblick auf drei Jahrzehnte Regional-management. Im Nachgang wird ein gemeinsames Papier erarbeitet, das das immer noch diffuse Berufsfeld des Regionalmanagement, seiner vielfältigen Organisationsformen konkretisiert und sine künftige flächendeckende Ausgestaltungsform bzw. Weiterent-wicklungsnotwendigkeiten beschreibt.

Regionalmanagement ist nicht einheitlich organisiert, sondern hat viele regional angepasste Formen, dies wurde in Lindau deutlich. Michael R. Schäfer, der Vorsitzende des deutschen Netzwerks Regionen im Dialog, sieht diese nationalen und regionalen Ausformungen des Regionalmanagements als eine Stärke an. Trotz dieser Unterschiede seien übergreifende Empfehlungen und durchgängige Standards für das gesamte Berufsfeld zu entwickeln. Unterschiede im nationalen Vergleich gibt es auch hinsichtlich der Hauptkundengruppen. So konzentrieren sich viele Regionalmanagements in Österreich und Deutschland auf die Beratung von kommunalen und privaten Projekten, inkl. deren Koordinierung und Vernetzung. In der Schweiz ist das Regionalmanagement wesentlich stärker mit Belangen der Raumordnung und vor allem der Wirtschaftsförderung verzahnt.

Für Dr. Wolf Huber, Bundeskanzleramt Österreich, ist Regionalmanagement in Österreich eine etablierte Einrichtung. Ähnlich sieht dies Prof. Dr. Otmar Seibert von der Hochschule Weihenstephan - Triesdorf, für Deutschland. „Regionalmanagement ist ein Erfolgskonzept“ - das war seine zentrale Feststellung. Es ermögliche eine effiziente Abwicklung von Fördergeldern in den Regionen, wirke als Katalysator für Wissens- und Erfahrungstransfer und bildet eine Plattform für das frühzeitige Aufgreifen von Zukunftsthemen. In dieser Funktion müsse Regionalmanagement als notwendiger Teil der sozialen Infrastruktur einer Region verstanden werden, die staatlicherseits bereitgestellt werden sollte. In seiner Tätigkeit als Evaluator von Länderprogrammen stelle er allerdings häufig fest, dass der Wissenstransfer zwischen „alten“ Regionalmanagements zu neueren Entwicklungs-initiativen nicht hinreichend gelinge, weil z.B. die notwendige Einbindung neuerer Gruppen in entsprechende Netzwerke nicht  oder zu spät stattfinde. Auch sei zu bedauern, dass in Deutschland die Aktivitäten der aus unterschiedlichen Quellen bzw.  Ministerien geförderten Regionalmanagement inhaltlich zu wenig aufeinander abgestimmt seien. In der Folge entstünden parallele Managementstrukturen mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen in einzelnen Regionen, die  den privaten Akteuren nur schwer vermittelbar seien.

Dr. Roland Scherer, Institut für Öffentliche Dienstleistungen und Tourismus, Universität St. Gallen, CH-St. Gallen,  weist auf einen Paradigmenwechsel hin. Künftig werden Ziele wie Wachstum und Innovation, die zur Stärkung des Exportes führen, immer wichtiger. Die Förderung einer vor allem endogenen  Entwicklung z. B. durch regionale Wirtschafts-kreisläufe, wird dagegen nachrangiger. Darauf müssen sich Regionen und deren Regionalmanagements einstellen.

In neun Dialoggruppen tauschten sich die Teilnehmer am ersten wie am zweiten Tag intensiv zum Stand und zum Weiterentwicklungsbedarf im Regionalmanagement aus. Wichtige Ergebnisse aus dieser Diskussion sind:

·    Berufsbild und Aufgaben: 
Trotz unterschiedlicher politischer Vorgaben und der Vielfalt in der organisa-torischen Umsetzung in den Regionen, gibt es große Gemeinsamkeiten im Berufsbild und den geforderten Kompetenzen. Wichtig sei die „Kümmererfunktion“ für zentrale regionale Anliegen, der zielgruppengerichtete Wissenstransfer, das Regionalmarketing nach innen und außen sowie der Aufbau und die Begleitung von Netzwerken in der Region. Die geforderten personalen, methodischen, sozialen und fachlichen Kompetenzen sind nur in Teams zu erbringen. Einpersonen-lösungen werden dem Anforderungsprofil nicht gerecht.

·    Qualitätsstandards und -sicherung: 
IT-gestützte Prozessoptimierungsmodelle werden in Österreich erfolgreich erprobt. Sie führen zu einer Verbesserung der Verfahrensabläufe und damit zu einer höheren Kundenzufriedenheit. Der damit verbundene bürokratische Aufwand lohnt sich erst bei Strukturen mit mehreren Mitarbeiter/innen.

·    Regionsübergreifendes Wissensmanagement: 
Regionalmanagement muss sich als lernende Organisationen verstehen und die entsprechenden Lernprozesse ermöglichen. Dazu gehört ein organisierter Wissens-austausch, auch auf überregionaler Ebene.  Weiterbildung in dieser Form stellt einen integralen Bestandteil der Tätigkeit des Regionalmanagements dar. Die entsprechenden Ressourcen sind dafür bereit zu stellen.

·    Aufgaben- und markgerechte Vergütung: 
Die Bezahlung in den Regionalmanagements stimmt in Deutschland und Österreich nicht mit dem Anforderungsprofil überein.  Dringend ist eine einheitliche Tätigkeits- und Aufgabenbeschreibung für dieses Berufsbild zu erstellen und über einen Wertevergleich mit privaten Dienstleistungen eine Vergütungsorientierung zu erarbeiten. Die Honorierung des Regionalmanagement soll dabei unabhängig von der Organisationsform ausgestaltet werden.

·    Organisationsentwicklung: 
Regionalmanagement benötigt einen öffentlichen Auftrag, idealerweise wie in der Schweiz, verbunden mit einer Leistungsvereinbarung. Die Kernaufgaben sind darin bedarfsorientiert an die Region anzupassen. Mehr Transparenz ist herzustellen, wie die öffentlichen Aufträge aussehen und welche Dienstleistungen für Dritte geleistet werden sollen. Die Abhängigkeit der Regionalmanagementstrukturen von über-regionalen Fördermitteln ist aufzulösen bzw. stark zu mindern.

·    Regional Governance: 
Regionalmanagement konzentriert sich auf die Aufgaben, die auf der Ebene der Region besser wahrgenommen werden kann, wie auf der Ebene der Kommunen, Kantone und Länder. Es moderiert die Umsetzung von Entwicklungskonzepten, hat stark vernetzende Funktionen und steuert im Auftrag von institutionalisierten und legitimierten Gremien, intermediär und allparteilich.

·    Regionalbudgets und -fonds:
Hierfür sind, in Erwartung veränderter Fördermodelle, auf regionaler Ebene in den kommenden Jahren die Umsetzungsstrukturen vorzubereiten und Modelle zu entwickeln, die entweder mit privaten und öffentlichem oder nur mit privatem Kapital ausgestattet sind. Ein gelungenes Beispiel für letzteres ist die Regionalwert AG in der Region Freiburg/Deutschland. Die Initiierung solcher Kapitalakquisestrategien ist ein wichtiges künftiges Aufgabenfeld des Regionalmanagements.

 

Mit diesen Überlegungen zur Weiterentwicklung des Berufsfeldes Regionalmanagements ist die Gestaltung von anstehenden Herausforderungen eng verzahnt. Markus Berger, Politikanalyst für ländliche Entwicklungsprogramme der OECD Paris, erläutert in seinem Beitrag die veränderten Rahmenbedingungen der Regionalpolitik und die dezentral mit zu gestaltenden Aufgaben: Diese sind die wirtschaftliche Entwicklung, der demografische Wandel, die Neudefinition der Stadt-Land-Beziehungen, der gleichwertige Zugang zur Daseinsvorsorge, die Anpassung an den Klimawandel sowie eine Verzahnung von Dezentralisierung und Europäisierung.

Nach 33 Jahren in der Regionalentwicklung neue Aspekte für die Fortschreibung der Regionalprogramme mitnehmen zu können, das stellt für Rudolf Schiess, Ressortleiter Regional- und Raumordnungspolitik, Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement EVD, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, CH-Bern, die besondere Qualität dieses Dreiländer-dialogs dar.

Sebastian Bellwald, Leiter regiosuisse möchte diesen länderübergreifenden Wissens-austausch zum Regionalmanagement ausbauen. Er sieht darin große Möglichkeiten das Regionalmanagement und damit die Regionalentwicklung weiter zu etablieren.

 

Karl G. Becker, Vorsitzender des Vereins Regionalmanagement Österreich, schlägt eine länderübergreifende Lernplattform vor. Im Namen der Veranstalter verspricht er die Ergebnisse und die Forderungen aus der Tagung aufzubereiten und bei der Euregia 2010 in die politische Diskussion zu führen.

 

Nähere Informationen zu den Veranstaltern finden Sie unter:

www.rm-austria.at

www.regiosuisse.ch

www.regionen-im-dialog.de

Die Beiträge der Referenten finden sich unter www.euregia-bodensee.de

 

Für Rückfragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:


Josef Bühler

Kongressbüro Dreiländerdialog

491755803150 


nauland regionalentwicklung

Kongressbüro


Josef Bühler
neuland+
Tourismus-, Standort-, Regionalentwicklung
GmbH & Co KG
Esbach 6, 88326 Aulendorf


Telefon: +49 (0) 7525-91044
Fax: +49 (0) 7525-91045
Mobil: +49 (0)175-5803150

www.neulandplus.de




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